Zantedeschia: Pflege, Standort & Sorten der Calla
Einführung in die Welt der Calla
Die Zantedeschia, besser bekannt als Calla oder Calla-Lilie, gehört zu den elegantesten und auffälligsten Zierpflanzen, die Gärten und Wohnräume gleichermaßen bereichern können. Ursprünglich aus den Feuchtgebieten des südlichen Afrikas stammend, hat diese bemerkenswerte Pflanze ihren Siegeszug rund um den Globus angetreten und ist heute aus der modernen Gartenkultur sowie der floralen Dekorationskunst kaum mehr wegzudenken. Mit ihren charakteristischen trichterförmigen Blütenständen und dem eleganten, aufrechten Wuchs verkörpert sie zeitlose ästhetische Schönheit.
Botanisch gesehen gehört die Zantedeschia zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae) und umfasst etwa acht bis neun Arten, die sich in Größe, Farbe und Wuchsform erheblich voneinander unterscheiden können. Die bekannteste Art ist die Zantedeschia aethiopica, die klassische weiße Calla, die traditionell mit Reinheit, Eleganz und feierlichen Anlässen assoziiert wird. Daneben existieren zahlreiche hybride Zuchtformen in einem farbenfrohen Spektrum, das von leuchtendem Gelb und Orange über sattes Rosa bis hin zu tiefem Violett und fast Schwarz reicht.
Obwohl die Calla im allgemeinen Sprachgebrauch als „Lilie” bezeichnet wird, handelt es sich botanisch nicht um eine echte Lilie der Gattung Lilium. Diese Verwechslung ist historisch gewachsen und bezieht sich lediglich auf die optische Ähnlichkeit der großen, auffälligen Blütenstände. Was bei der Calla als „Blüte” wahrgenommen wird, ist tatsächlich ein speziell umgewandeltes Hochblatt namens Spatha, das den eigentlichen, unscheinbaren Blütenkolben (Spadix) umhüllt und schützt. Dieses botanische Missverständnis schmälert jedoch keineswegs die Faszination, die diese Pflanze auf Gartenliebhaber weltweit ausübt.
Der ideale Standort für Zantedeschia
Die Wahl des richtigen Standorts ist entscheidend für ein gesundes Wachstum und eine reiche Blütenbildung der Calla. Als Pflanze aus dem südlichen Afrika bevorzugt die Zantedeschia grundsätzlich helle, warme Standorte, kann jedoch je nach Art und Sorte unterschiedliche Lichtverhältnisse tolerieren. Die klassische weiße Zantedeschia aethiopica ist etwas schattenverträglicher als ihre farbenfrohen Hybridsorten, die für eine intensive Blütenfarbe möglichst viel direktes oder indirektes Sonnenlicht benötigen. Im Freien empfiehlt sich ein geschützter Platz, der zwar lichtdurchflutet, aber vor starken Winden geschützt ist.
Im Innenbereich gedeiht die Calla am besten an einem hellen Fensterplatz, idealerweise nach Osten oder Westen ausgerichtet, wo sie morgens oder abends sanftes direktes Sonnenlicht erhält, ohne der intensiven Mittagssonne ausgesetzt zu sein. Zu starke direkte Sonneneinstrahlung kann zu Blattverbrennungen führen und die empfindlichen Spathen ausbleichen lassen. Im Sommer kann die Pflanze bedenkenlos ins Freie gestellt werden, wobei eine allmähliche Eingewöhnung an die veränderten Lichtverhältnisse empfehlenswert ist, um Stresssymptome zu vermeiden.
Besonders wichtig für den Standort ist die Temperaturfrage. Die meisten Zantedeschia-Arten und -Sorten sind frostempfindlich und sollten bei Temperaturen unter fünf Grad Celsius nicht im Freien verbleiben. Die Zantedeschia aethiopica ist jedoch verhältnismäßig kältetoleranter und kann in milden Regionen mit entsprechendem Winterschutz sogar ganzjährig im Freien kultiviert werden. Für alle anderen Sorten gilt: Rechtzeitig vor dem ersten Frost einräumen und kühl, aber frostfrei überwintern. Ein ideales Winterquartier hat Temperaturen zwischen acht und zwölf Grad Celsius.

Richtige Pflege und Bewässerung
Die Pflege der Zantedeschia erfordert ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit, besonders was die Bewässerung betrifft. Während der aktiven Wachstums- und Blütezeit von Frühjahr bis Sommer sollte die Erde gleichmäßig feucht gehalten werden, ohne jedoch Staunässe zu erzeugen, die schnell zu Wurzelfäule führen kann. Die Zantedeschia aethiopica ist in ihrer natürlichen Umgebung an periodische Überflutungen angepasst und verträgt daher mehr Wasser als ihre Hybridsorten. Letztere sollten eher mäßig gegossen werden, wobei man zwischen den Wassergaben die oberste Erdschicht leicht antrocknen lassen sollte.
Das Düngen spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für eine üppige Blütenentwicklung. Während der Vegetationsperiode von März bis August empfiehlt sich eine regelmäßige Düngung alle zwei Wochen mit einem flüssigen Volldünger oder einem speziellen Blumendünger. Dabei sollte auf ein ausgewogenes Verhältnis von Stickstoff, Phosphor und Kalium geachtet werden, wobei ein leicht erhöhter Phosphoranteil die Blütenbildung fördert. Zu viel Stickstoff führt hingegen zu einem üppigen Blattwachstum auf Kosten der Blüten, was bei Zierpflanzen in der Regel unerwünscht ist.
Nach der Blütezeit, wenn die Blätter langsam vergilben und einziehen, reduziert man die Wassergaben schrittweise, um die Pflanze in ihre natürliche Ruhephase zu begleiten. Bei Hybridsorten, die aus Knollen wachsen, zieht man die Bewässerung im Herbst vollständig ein und lagert die ausgegrabenen Knollen trocken und kühl über den Winter. Die Zantedeschia aethiopica, die aus einem Rhizom wächst, benötigt auch in der Ruhephase eine minimale Restfeuchte, um vollständiges Austrocknen zu verhindern. Das richtige Management der Ruhephase ist der Schlüssel zu einer erneuten, kraftvollen Blüte im nächsten Jahr.
Zur korrekten Pflege gehören außerdem regelmäßige Kontrollen auf Schädlinge und Krankheiten. Zu den häufigsten Problemen zählen Blattläuse, Spinnmilben und Thripse, die besonders in trockener, warmer Innenraumluft auftreten können. Regelmäßiges Besprühen der Blätter mit lauwarmem Wasser erhöht die Luftfeuchtigkeit und macht die Pflanze weniger anfällig für Spinnmilbenbefall. Bei stärkerem Befall empfehlen sich biologische Präparate auf Basis von Neem-Öl oder speziell formulierte Pflanzenschutzmittel, die für Zierpflanzen zugelassen sind.
Substrat, Töpfe und Umpflanzen
Das richtige Substrat bildet die Grundlage für eine gesunde Zantedeschia. Die Pflanze bevorzugt ein nährstoffreiches, gut durchlässiges Erdgemisch, das gleichzeitig eine gewisse Feuchtigkeitsspeicherung ermöglicht. Handelsübliche Blumenerde kann mit etwa einem Drittel Perlite oder grobem Sand gemischt werden, um die Drainage zu verbessern und Staunässe zu verhindern. Alternativ bieten sich spezielle Kübelpflanzensubstrate an, die bereits mit Langzeitdünger angereichert sind und eine optimale Nährstoffversorgung über mehrere Monate gewährleisten.
Die Wahl des richtigen Topfes ist ebenfalls von Bedeutung. Für Zantedeschia eignen sich Töpfe aus Ton besonders gut, da das poröse Material einen natürlichen Wasseraustausch ermöglicht und Überwässerung abpuffert. Wichtig ist in jedem Fall ein ausreichend großes Abzugsloch am Topfboden, damit überschüssiges Gießwasser ungehindert ablaufen kann. Die Topfgröße sollte dem Wurzelballen angemessen sein — zu große Töpfe begünstigen Staunässe, da die überschüssige Erde ohne Wurzelkontakt Wasser aufnimmt und speichert, ohne dass die Pflanze es aufnehmen kann.
Umgepflanzt wird die Zantedeschia am besten im Frühjahr, wenn sie gerade aus der Winterruhe erwacht und das neue Wachstum beginnt. Als Faustregel gilt: Sobald die Wurzeln beginnen, unten aus dem Topf heraus zu wachsen, oder das Wachstum trotz ausreichender Pflege stagniert, ist ein Umtopfen in ein etwas größeres Gefäß angebracht. Dabei empfiehlt es sich, die Gelegenheit zu nutzen, um die Wurzeln auf Fäulnis oder Schäden zu untersuchen und betroffene Stellen mit einem sauberen, scharfen Messer zu entfernen. Frische Erde liefert zudem neue Nährstoffe für die bevorstehende Wachstumssaison.

Die wichtigsten Sorten der Zantedeschia im Überblick
Die Sortenvielfalt der Zantedeschia ist beeindruckend und bietet für jeden Geschmack und jeden Standort die passende Pflanze. Neben den Grundarten haben Züchter im Laufe der Jahrzehnte eine Fülle von Hybriden entwickelt, die mit ihren außergewöhnlichen Farben und Wuchsformen immer neue Gartentrends setzen. Besonders beliebt sind die sogenannten Calas de color, die bunten Hybridsorten, die aus Kreuzungen verschiedener Zantedeschia-Arten hervorgegangen sind und ein wahres Farbfeuerwerk in den Garten oder die Wohnung bringen können.
Zu den bekanntesten und beliebtesten Sorten zählen unter anderem die folgenden Vertreter, die jeweils mit einzigartigen Eigenschaften aufwarten:
- Zantedeschia aethiopica — Die klassische weiße Calla, robust und großwüchsig, ideal für Teichränder und feuchte Gartenpartien, mit reinweißen Spathen und einem intensiv gelben Kolben.
- Zantedeschia elliottiana — Die Goldcalla, mit leuchtend gelben Spathen und dekorativ weiß gepunkteten Blättern, die sie auch als reine Blattpflanze attraktiv machen.
- Zantedeschia rehmannii — Die Rosa-Calla, eine der kleineren Arten mit zierlichen rosa bis purpurfarbenen Spathen, besonders geeignet für Balkon und Terrasse.
- ‘Black Star’ — Eine dramatische Hybridsorte mit tief burgunderfarbenen bis fast schwarzen Spathen, die in modernen, minimalistischen Gartendesigns besonders wirkungsvoll eingesetzt wird.
- ‘Crystal Blush’ — Eine zarte Sorte mit cremig-weißen Spathen, die an der Basis einen sanften rosafarbenen Hauch aufweisen und damit eine romantische Wirkung erzielen.
- ‘Mango’ — Eine lebhafte Hybridsorte in warmem Orange mit einem Hauch Gelb, die Sommerstimmung und tropisches Flair ausstrahlt.
Bei der Auswahl der richtigen Sorte sollte man neben der Farbe auch auf die jeweilige Wuchshöhe und den Verwendungszweck achten. Zantedeschia aethiopica kann Wuchshöhen von über einem Meter erreichen und eignet sich daher gut als Solitärpflanze oder für großzügige Beete. Die kompakteren Hybridsorten bleiben mit 30 bis 60 Zentimetern deutlich kleiner und sind ideal für Kübel, Balkonkästen und kleinere Gartenbereiche. Die Blütezeit variiert ebenfalls je nach Sorte und Standort, erstreckt sich aber in der Regel von Mai bis August.
Vermehrung und Überwinterung
Die Vermehrung der Zantedeschia ist auf verschiedenen Wegen möglich und kann je nach Art und verfügbaren Mitteln unterschiedlich angegangen werden. Die einfachste und zuverlässigste Methode ist die vegetative Vermehrung durch Teilung des Wurzelstocks oder der Knollen. Bei der Zantedeschia aethiopica teilt man das Rhizom im Frühjahr mit einem scharfen, sauberen Messer, wobei jedes Teilstück mindestens einen gut entwickelten Triebansatz oder Augen aufweisen sollte. Die Schnittstellen werden mit Holzkohlepulver oder einem fungiziden Mittel behandelt, um Infektionen zu verhindern, bevor die Teilstücke einzeln eingepflanzt werden.
Bei den Hybridsorten, die aus Knollen wachsen, bilden sich im Laufe der Zeit kleine Tochterknolle rund um die Mutterknolle. Diese können beim Ausgraben im Herbst vorsichtig abgetrennt und separat aufbewahrt werden. Im Frühjahr werden die Tochterknollen dann in separate Töpfe oder ins Beet gepflanzt, wo sie sich über die Saison entwickeln. Es dauert in der Regel ein bis zwei Jahre, bis diese Jungpflanzen blütenfähig sind, doch die Geduld wird durch eine genetisch identische, gesunde Nachkommenschaft belohnt. Eine Anzucht aus Samen ist ebenfalls möglich, aber deutlich zeitaufwendiger und weniger verlässlich in Bezug auf die Eigenschaften der Nachkommen.
Die korrekte Überwinterung ist für viele Zantedeschia-Sorten überlebenswichtig. Die farbigen Hybridsorten, die in unseren Breiten nicht winterhart sind, werden nach dem ersten leichten Frost oder spätestens im Oktober ausgegraben. Die Knollen werden vorsichtig von der Erde gereinigt, ein bis zwei Tage an einem luftigen Ort getrocknet und anschließend in trockenem Torfmoos, Vermiculite oder trockenem Sand eingebettet. Gelagert werden sie kühl und dunkel bei Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad Celsius, beispielsweise im Keller oder in einem unbeheizten Zimmer. Regelmäßige Kontrollen während der Lagerung ermöglichen es, Fäulnis frühzeitig zu erkennen und betroffene Knollen zu entfernen, bevor sie benachbarte befallen.

Calla als Schnittblume und in der Gartengestaltung
Die Zantedeschia ist nicht nur als Topf- oder Gartenpflanze beliebt, sondern auch als Schnittblume von außerordentlichem Wert. Ihre langen, geraden Stiele und die formvollendeten Spathen machen sie zu einer bevorzugten Wahl in der professionellen Floristik und Hochzeitsgestaltung. Für eine lange Haltbarkeit im Schnittblumenbereich sollten die Stiele schräg und möglichst tief ins Wasser gestellt werden. Das Wasser im Vase sollte täglich gewechselt werden, und ein Schnitt von etwa einem Zentimeter am Stielende alle zwei Tage verlängert die Standzeit erheblich. Bei optimaler Pflege halten Calla-Blüten in der Vase bis zu zwei Wochen.
In der Gartengestaltung entfaltet die Zantedeschia ihre besondere Wirkung, wenn sie in Gruppen oder als Solitärpflanze strategisch in Szene gesetzt wird. Am Rand von Gartenteichen oder in feuchten Beetpartien fühlt sich besonders die Zantedeschia aethiopica wohl und schafft dort einen tropisch-exotischen Akzent. In Staudenbeeten harmoniert die Calla wunderbar mit Hosta, Astilbe und anderen feuchtigkeitsliebenden Stauden. Im Kübel auf Terrasse oder Balkon lassen sich verschiedene Sorten zu attraktiven Arrangements kombinieren, wobei ein Kontrast zwischen dunklen und hellen Sorten besonders eindrucksvolle Bilder ergibt.
Für eine nachhaltige und naturnahe Gartengestaltung ist die Zantedeschia auch aus ökologischer Sicht interessant. Ihre Blüten werden von verschiedenen Insekten, darunter Bienen und Schmetterlinge, als Nektarquelle genutzt, wodurch sie einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität im Garten leistet. Allerdings sollte man wissen, dass alle Teile der Zantedeschia für Menschen und Tiere giftig sind, da sie Kalziumoxalat-Kristalle enthalten. Besondere Vorsicht ist daher in Haushalten mit Kleinkindern oder Haustieren geboten. Das Wissen um diese Eigenschaft mindert jedoch nicht die Schönheit dieser faszinierenden Pflanze, deren elegante Erscheinung Gärten und Wohnräume seit Jahrhunderten bereichert.














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